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No-Harm-Liste

Der Einsatz von Additiven zur Verbesserung bestimmter Kraftstoffeigenschaften, bei fossilen Kraftstoffen längst üblich, gewinnt auch für Biodiesel zunehmend an Bedeutung. Bisher werden überwiegend Fließverbesserer und Oxidationsstabilisatoren eingesetzt, aber auch weitere Zusatzstoffe sind denkbar und könnten in Zukunft eine Rolle bei der Herstellung und Anwendung von Biodiesel spielen.

In der Blendkomponente Biodiesel wird der Einsatz von Stabilisatoren immer häufiger gefordert, um eine ausreichende Stabilität des fertigen Kraftstoffs zu gewährleisten; die europäischen Normen für Dieselkraftstoff und Biodiesel (EN 590, DIN 51628, EN 14214 sowie die französische staatliche B7-Spezifikation) empfehlen dies sogar ausdrücklich, wobei die empfohlenen Dosierraten zwischen 200 mg/kg (DIN 51628) und 1.000 mg/kg (EN 590 sowie französische B7-Spezifikation) BHT bzw. BHT-Äquivalent schwanken.

Neben dem bisher hauptsächlich verwendeten Stabilisator BHT (3,5-di-tert-butyl-4-hydroxy-toluen) gibt es mittlerweile eine Vielzahl weiterer Produkte, die zum Teil eine deutlich bessere Wirkung aufweisen und ebenfalls für die Verwendung in Biodiesel geeignet sind. Bei der Freigabe dieser Stoffe für die Blendkomponente Biodiesel ist allerdings von großer Bedeutung, dass sie keine unerwünschten Wechselwirkungen mit dem Dieselkraftstoff, dessen Additiven oder dem Motorenöl zeigen. Für die sichere Verwendung - vom Blending bis hin zur Anwendung und Verbrennung im Motor - müssen negative Einflüsse dieser Additive durch dafür geeignete Prüfverfahren (so genannte „No-Harm-Tests“) bereits im Vorfeld erkannt werden.

In Zusammenarbeit mit der Mineralölindustrie wurde ein Katalog von Testverfahren definiert, anhand dessen Oxidationsstabilisatoren auf mögliche unerwünschte Nebenwirkung en geprüft werden können. Dieser Katalog umfasst die folgenden Prüfkriterien:

• Einhaltung von Mindestanforderungen, darunter keine Änderung der sicherheitstechnischen Eigenschaften des Biodiesels (z. B. Flammpunkt, Wassergefährdungsklasse), keine unzulässige Änderung der Normparameter gemäß EN 14214 für Biodiesel, Vorlage klarer Anwendungsbeschreibungen für das Additiv;

• XUD9-Test, entsprechend CEC F-23-1-01 (motorische Prüfung – nozzle fouling)

• DGMK-Filtrationstest 663

• Prüfung auf Motorölverträglichkeit (abgeleitet von DGMK 531-1)

Produkte, die die Prüfungen bestehen und diese Kriterien erfüllen, werden von der AGQM in einer Liste veröffentlicht, die in der deutschen Dieselkraftstoffnorm DIN 51628 als Referenz genannt ist. Darüber hinaus wird in einem festgelegten Verfahren (Relative Efficiency Test - RET) anhand von vier unterschiedlichen Szenarien ermittelt, welche Dosierraten der geprüften Stabilisatoren in ihrer Wirksamkeit der Referenzdosierung von 200 mg BHT/kg entsprechen.

Die Bewertung der getesteten Additive bezieht sich auf Untersuchungen in herkömmlichem, handelsüblichem Dieselkraftstoff. Wechselwirkungen mit den unternehmensspezifischen Additivpaketen wurden in diesem Zusammenhang nicht untersucht.

Die Liste wird von der AGQM als offene Liste geführt - interessierte Additivhersteller können jederzeit einen Antrag auf Prüfung ihrer Produkte stellen. Die Liste der bisher geprüften Stabilisatoren (Stand 24.03.2010) und der zugehörige Bericht können bei der AGQM angefordert werden.

Produkte folgender Hersteller haben den No-Harm-Test bisher erfolgreich bestanden (Stand 24.03.2010):

Reg. no. Filed Company Brand name Test level
2008-01 05.12.2008 BASF SE Kerobit 3627 B10
2008-02 05.12.2008 CHIMEC SpA CH4636 B10
2008-03 05.12.2008 CHIMEC SpA CH R-876 HFP B10
2008-04 05.12.2008 Ciba Corporation IRGASTAB BD 100 B10
2008-05 05.12.2008 Ciba Corporation IRGASTAB BD 50 B10
2008-06 05.12.2008 Infineum UK Ltd Infineum R120 B10
2008-07 05.12.2008 Infineum UK Ltd Infineum R130 B10
2008-08 05.12.2008 Innospec Ltd. BioStable ™ 403E B10
2008-09 05.12.2008 International Fuel Technology DIESOLIFT BD-3 B10
2008-10 05.12.2008 Kemin BF320R B10
2008-11 05.12.2008 Lanxess Deutschland GmbH Baynox plus B10
2008-12 15.12.2008 Eastman Chemical Deutschland GmbH BioExtend 30 HP B10
2008-13 29.12.2008 Oxiris Chemicals S.A IONOL BF200 B10
2009-01 26.11.2009 Inmobal Nutrer INSA B40 (NH) B10
2009-02 26.11.2009 Chemtura Corporation Naugalube FAO 32 B10
2009-03 26.11.2009 WRT b.v. HFA 8030 B10
2009-04 26.11.2009 WRT b.v. HFA 8032 B10
2009-05 26.11.2009 ALBEMARLE SPRL. Ethanox 4760E B10
2009-06 26.11.2009 Lanxess Deutschland GmbH Baynox B10
2009-07 26.11.2009 Lanxess Deutschland GmbH Baynox molten B10
2010-01 24.03.2010 Oxiris Chemicals S.A IONOL BF 350 B10
2010-02 24.03.2010 Chemtura Corporation Naugalube® 403 B10
2010-03 24.03.2010 Vitablend Bioprotect 350 B10
2010-04 24.03.2010 Oxiris Chemicals S.A IONOL BF 1000 B10

Anmerkung: Die Reihenfolge und die Registriernummern werden nur für administrative Zwecke verwendet; sie stellen keine Rangfolge der Produkte dar.

Für alle obengenannten Produkte wurden die relativen Wirksamkeiten gegenüber BHT im Rahmen von vier unterschiedlichen Szenarien bestimmt. Bei berechtigtem Interesse können diese Werte nach Zustimmung des jeweiligen Unternehmens herausgegeben werden.

Bestelloption für die Berichte zu den Methoden (2008) und den No-Harm-Listen (2010)